Biomüll richtig trennen: Was in die Biotonne darf

Speisereste, Kaffeesatz, Bioplastik oder Katzenstreu – bei der Biotonne herrscht bei vielen Unsicherheit. Wir zeigen, was wirklich hineingehört, warum „kompostierbare" Tüten oft ein Problem sind und wie Sie unangenehme Gerüche vermeiden.

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Redaktion jetztentsorgen.de
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Kaum eine Tonne sorgt für so viel Verunsicherung wie die braune Biotonne. Dürfen Zitrusschalen hinein? Was ist mit dem Kaffeefilter? Und stimmt es, dass "kompostierbare" Tüten am Ende doch im Restmüll landen? Anders als bei der Gelben Tonne, wo eine relativ klare Logik gilt (Verpackung oder nicht), sind die Regeln für Bioabfall von Kommune zu Kommune etwas unterschiedlich – der Kern ist aber überall gleich.

Richtig getrennter Bioabfall wird zu Kompost oder in modernen Vergärungsanlagen zusätzlich zu Biogas verarbeitet, das ins Stromnetz eingespeist wird. Falsch getrennter Bioabfall – etwa mit Plastiktüten oder Metall verunreinigt – kann dagegen ganze Chargen für die Kompostierung unbrauchbar machen. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick.

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FaustregelAlles, was einmal gewachsen ist und sich innerhalb weniger Wochen zersetzt, darf in die Biotonne. Alles Verpackte, Beschichtete oder dauerhaft Haltbare gehört woanders hin.

Was in die Biotonne darf

  • Obst- und Gemüsereste, auch Schalen von Zitrusfrüchten und Bananen
  • Kaffee- und Teesatz, samt Papierfilter bzw. Teebeutel (ohne Kunststoffanteil)
  • Eierschalen, welke Blumen, Zimmerpflanzenreste
  • Kleinere Mengen Rasenschnitt, Laub und Strauchschnitt
  • Speisereste – je nach kommunaler Satzung, oft nur gegart und in Papier eingewickelt
  • Küchenpapier und -tücher ohne Chemikalien

Was NICHT in die Biotonne darf

  • Katzenstreu und Hundekot Auch wenn es "biologisch" klingt: Streu- und Tierkot können Krankheitserreger enthalten, die im Kompost nicht sicher abgetötet werden. Gehören in den Restmüll.
  • Gekochte, stark gewürzte oder fetthaltige Speisereste Viele Kommunen schließen diese explizit aus, da sie Schädlinge anlocken und den Kompostierprozess stören. Satzung der Gemeinde prüfen.
  • Asche aus Kamin oder Grill Asche ist mineralisch, kein organischer Abfall – sie gehört (vollständig erkaltet) in den Restmüll.
  • Verpackungen, auch "biologisch abbaubare" Ausnahme sind wenige Kommunen, die zertifizierte Bioplastik-Tüten ausdrücklich zulassen (siehe nächster Abschnitt).

Bioplastik-Tüten: der Dauerstreit

"Kompostierbare" oder "biologisch abbaubare" Tüten sind einer der größten Streitpunkte rund um die Biotonne. Das Problem: Diese Tüten benötigen oft deutlich länger, um sich vollständig zu zersetzen, als die kurzen Prozesszeiten industrieller Kompostierungsanlagen zulassen. Viele Entsorger sortieren sie deshalb aktiv aus dem Bioabfallstrom aus – die Mühe war umsonst.

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Im Zweifel: ohne TüteBioabfall lose in den Behälter geben oder in mehrlagiges Zeitungspapier einwickeln. Das vermeidet Schmierstellen genauso wie eine Plastiktüte – nur ohne das Sortierproblem.

Manche Kommunen erlauben zertifizierte, kompostierbare Tüten mit dem "Keimling"-Siegel explizit – informieren Sie sich dazu am besten kurz auf der Website Ihres örtlichen Entsorgers, da sich die Regelung von Ort zu Ort unterscheidet.

Gerüche und Maden vermeiden

Gerade im Sommer ist die Biotonne für unangenehme Gerüche und Fliegenbefall bekannt. Ein paar einfache Gewohnheiten helfen deutlich:

  • Nasse Küchenabfälle in Zeitungspapier einschlagen statt lose einzugeben
  • Tonne an einem schattigen Platz aufstellen, wenn möglich
  • Regelmäßig etwas trockenes Material (Laub, Eierkartons, Küchenpapier) untermischen
  • Tonne nach der Leerung kurz mit Wasser ausspülen und trocknen lassen

Häufige Fragen

Dürfen Zitrusschalen in die Biotonne?

Ja, entgegen einem verbreiteten Gerücht sind Zitrusschalen in haushaltsüblichen Mengen unproblematisch für die Kompostierung. Nur bei der Wurmkompostierung im eigenen Garten sollte man sie sparsam dosieren.

Was, wenn meine Kommune keine Biotonne anbietet?

In diesem Fall gehört Bioabfall in der Regel in den Restmüll, sofern keine Pflicht zur Eigenkompostierung besteht. Details regelt die örtliche Abfallsatzung.

Kann zu viel Rasenschnitt in der Biotonne Probleme machen?

Ja – große Mengen Rasenschnitt verdichten sich schnell und können anfangen zu faulen. Am besten antrocknen lassen oder mit strukturreichem Material wie Laub oder Zweigen mischen.

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Quellen: Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG), Bioabfallverordnung (BioAbfV), kommunale Abfallsatzungen. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung – bei Unsicherheiten gilt immer die Satzung Ihres örtlichen Entsorgers.

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