Es ist eine dieser Aufgaben, die man gern aufschiebt: das alte Elektrogerät entsorgen. Also wandert das kaputte Radio erst mal in den Keller, das ausrangierte Smartphone in die Schublade. Dabei ist die fachgerechte Entsorgung nicht nur gesetzlich vorgeschrieben – sie ist auch einfacher und kostenloser, als viele denken.
Elektro- und Elektronikgeräte enthalten wertvolle Rohstoffe wie Gold, Kupfer und seltene Erden, aber auch Schadstoffe wie Quecksilber oder bestimmte Kältemittel. Genau deshalb regelt das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG), wie Altgeräte gesammelt und verwertet werden müssen.
Kurz gesagtElektroschrott gehört nie in den Hausmüll. Sie können ihn kostenlos beim Wertstoffhof, bei vielen Händlern oder über kommunale Sammelstellen abgeben – oft sogar dort, wo Sie ein neues Gerät kaufen.
Warum Elektroschrott nicht in den Hausmüll darf
Seit 2006 gilt in Deutschland ein Verbot, Elektroaltgeräte über den Restmüll zu entsorgen – erkennbar an der durchgestrichenen Mülltonne, die auf praktisch jedem Elektrogerät aufgedruckt ist. Der Grund ist doppelt: Zum einen gehen bei falscher Entsorgung wertvolle Rohstoffe verloren, die sich zurückgewinnen ließen. Zum anderen können Schadstoffe aus zerbrochenen Geräten Boden und Grundwasser belasten.
Was zählt als Elektroschrott?
Die Faustregel: Alles mit Stecker, Akku oder Batterie. Konkret gehören dazu unter anderem:
- Große Haushaltsgeräte: Waschmaschine, Kühlschrank, Herd, Geschirrspüler
- Kleingeräte: Toaster, Föhn, Kaffeemaschine, Staubsauger
- IT- und Unterhaltungselektronik: Laptop, Handy, Fernseher, Spielkonsole
- Leuchtmittel: Energiesparlampen und LED-Lampen (nicht aber klassische Glühbirnen)
- Elektrisches Spielzeug, Akkuwerkzeuge, elektrische Zahnbürsten
Ihre Entsorgungsoptionen
- Kommunaler Wertstoffhof: Nimmt Elektroaltgeräte aus privaten Haushalten in der Regel kostenlos an – die klassische Anlaufstelle für größere Mengen.
- Sammelstellen & Schadstoffmobile: Viele Kommunen bieten feste oder mobile Sammelstellen, besonders für Kleingeräte.
- Rückgabe im Handel: Große Elektromärkte und viele Supermärkte mit Elektrosortiment müssen Altgeräte zurücknehmen (siehe nächster Abschnitt).
- Verschenken oder reparieren: Funktionierende Geräte lassen sich spenden, verkaufen oder in Repair-Cafés wieder flottmachen – die umweltfreundlichste Option.
Rücknahmepflicht der Händler
Ein oft unterschätzter Punkt: Größere Händler (Verkaufsfläche für Elektrogeräte ab 400 m², sowie große Lebensmittelhändler mit entsprechendem Sortiment) sind gesetzlich zur Rücknahme verpflichtet. Für Verbraucher heißt das konkret:
- 1:1-Rücknahme: Beim Kauf eines neuen Geräts muss ein gleichartiges Altgerät kostenlos zurückgenommen werden.
- 0:1-Rücknahme: Kleine Altgeräte (Kantenlänge bis 25 cm) müssen auch ohne Neukauf angenommen werden – meist in haushaltsüblichen Mengen.
Auch online gekaufte GeräteDie Rücknahmepflicht gilt ausdrücklich auch für den Online-Handel. Größere Online-Händler müssen Rücknahmemöglichkeiten anbieten – fragen Sie im Zweifel beim Kundenservice nach der konkreten Vorgehensweise.
Vorher: Daten löschen!
Bei Smartphones, Laptops, Tablets und sogar manchen modernen Haushaltsgeräten sollten Sie unbedingt vor der Abgabe persönliche Daten löschen. Ein einfaches „In den Papierkorb ziehen" reicht nicht – nutzen Sie die Funktion zum vollständigen Zurücksetzen auf Werkseinstellungen und entfernen Sie SIM- und Speicherkarten.
Häufige Fragen
Kostet die Abgabe von Elektroschrott etwas?
Für private Haushalte ist die Abgabe von Elektroaltgeräten in der Regel kostenlos – sowohl beim Wertstoffhof als auch bei rücknahmepflichtigen Händlern.
Was mache ich mit alten Batterien und Akkus?
Batterien und Akkus gehören nicht in den Hausmüll, sondern in die Sammelboxen, die es im Handel (z. B. Supermärkte, Drogerien) und auf Wertstoffhöfen gibt. Bei fest verbauten Akkus wird das Gerät als Ganzes als Elektroschrott entsorgt.
Zählen Energiesparlampen als Elektroschrott?
Ja. Energiesparlampen und LED-Leuchtmittel gehören zum Elektroschrott und müssen gesondert gesammelt werden – klassische Glühbirnen dagegen dürfen in den Restmüll.

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