Kleber und Mörtel begleiten fast jeden Fliesenrückbau – sie unterscheiden sich aber stofflich deutlich voneinander und werden deshalb nicht immer gleich behandelt.
Ausgehärteter zementärer Fliesenkleber
Zementärer Fliesenkleber ist mineralisch aufgebaut und ähnelt in seiner ausgehärteten Form am ehesten anderem mineralischem Bauschutt. Sortenrein und in kleineren Mengen wird er von vielen Annahmestellen zusammen mit Bauschutt akzeptiert – bei größeren Mengen lohnt sich vorab eine Rückfrage.
Dispersionskleber
Dispersionskleber enthält organische beziehungsweise kunststoffbasierte Bindemittel und ist daher nicht mit einem rein mineralischen, zementären Kleber gleichzusetzen. Auch vollständig ausgehärtete Reste sollten nur nach Bestätigung des Entsorgers gemeinsam mit mineralischem Bauschutt abgegeben werden. Flüssige oder pastöse Reste benötigen regelmäßig einen anderen Entsorgungsweg. Da sich die beiden Klebertypen äußerlich schwer unterscheiden lassen, hilft im Zweifel ein Blick auf die Produktverpackung oder eine Rückfrage beim Entsorger.
Pulverförmige Reste
Nicht angerührtes Kleber- oder Mörtelpulver unterscheidet sich von vollständig ausgehärtetem Material – auch Zusatzstoffe und Produktart können relevant sein. Es sollte trocken, geschlossen und staubarm gelagert werden. Vor der Abgabe sind Produktkennzeichnung und Annahmebedingungen des Wertstoffhofs beziehungsweise Entsorgers zu prüfen. Ein allgemeiner Bauschuttcontainer ist nicht automatisch der richtige Weg.
Mörtel
Klassischer Mauer- oder Verlegemörtel ist mineralisch und wird in ausgehärteter Form meist ähnlich wie Betonbruch oder Bauschutt behandelt. Lose, noch nicht abgebundene Mörtelreste sollten dagegen nicht einfach mit festem Bauschutt vermischt werden.
Kleberanhaftungen auf Fliesen
Beim Abklopfen von Fliesen bleiben fast immer Kleber- oder Mörtelreste an der Rückseite haften. Geringe mineralische Mörtel- oder Kleberanhaftungen werden von manchen Anlagen gemeinsam mit dem Fliesenbruch angenommen. Welche Menge und Kleberart akzeptiert wird, sollte vorab mit dem Entsorger abgestimmt werden.
Fliesen und Keramik entsorgen lassen
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Kostenlos & unverbindlich anfragenAlte und unbekannte Kleber
Bei Gebäuden, mit deren Errichtung vor dem 31. Oktober 1993 begonnen wurde, können Fliesenkleber, Putze und Spachtelmassen Asbest enthalten. Alter und Aussehen allein erlauben keine sichere Beurteilung. Vor dem Schleifen, Fräsen, Bohren oder Abstemmen unbekannter Schichten sollte eine fachkundige Erkundung erfolgen. Materialproben sollten nicht ohne geeignete Fachkenntnis selbst entnommen werden.
Säcke und Verpackungen
Nur vollständig restentleerte und nach örtlicher Regelung zugelassene Papiersäcke kommen für die Altpapiersammlung infrage. Säcke mit nennenswerten Produktresten gehören nicht ungeprüft ins Altpapier. Verpackung und Inhalt sollten entsprechend Produktkennzeichnung und kommunalen Vorgaben entsorgt werden.
Wertstoffhof oder Container
Kleinere Mengen ausgehärteter mineralischer Kleber- und Mörtelreste können je nach örtlichen Annahmebedingungen beim Wertstoffhof abgegeben werden. Pulverförmige, pastöse oder nicht eindeutig bestimmte Produkte können einen anderen Entsorgungsweg benötigen. Bei größeren Renovierungsmengen – etwa dem kompletten Rückbau eines Bades – kann ein Container praktischer und wirtschaftlicher sein als mehrere Anlieferungen, meist gemeinsam mit dem übrigen Fliesenbruch. Ob das zutrifft, hängt von Menge, Gewicht, Entfernung, Gebühren und den zulässigen Materialien ab. Details dazu liefert der Ratgeber Fliesen-Container.
Sicherheit bei staubintensiver Bearbeitung
Beim Abklopfen, Schleifen oder Aufbrechen von Fliesenkleber und Mörtel entsteht feiner, mineralischer Staub. Eine geeignete Staubschutzmaske, Augenschutz und gute Belüftung des Arbeitsbereichs reduzieren die Belastung. Dieser allgemeine Staubschutz gilt jedoch nur für nachweislich unbedenkliche mineralische Materialien. Bei Asbestverdacht nicht weiterarbeiten – siehe den Hinweis zu alten und unbekannten Klebern oben.
Häufige Fragen
Muss ich Fliesenkleber von den Fliesen entfernen?
Nicht in jedem Fall. Ob Fliesen mit anhaftendem Kleber gemeinsam angenommen werden, hängt von Kleberart, Menge und den Bedingungen der Anlage ab. Größere Schichten sollten möglichst getrennt oder vorab abgestimmt werden.
Sind Dispersionskleber und zementärer Kleber gleich zu entsorgen?
Nicht immer – die beiden Klebertypen unterscheiden sich stofflich, manche Annahmestellen behandeln sie unterschiedlich.
Was mache ich mit einem angebrochenen Sack Fliesenkleber?
Den Sack trocken und geschlossen aufbewahren. Nicht verwendete pulverförmige Produktreste sollten nicht ungeprüft mit ausgehärtetem Bauschutt vermischt werden. Produktkennzeichnung und örtliche Annahmebedingungen entscheiden, ob eine Baustoff-, Problemstoff- oder andere Annahme vorgesehen ist.
Kann alter Fliesenkleber Asbest enthalten?
Bei Gebäuden, mit deren Errichtung vor dem 31. Oktober 1993 begonnen wurde, ist das nicht auszuschließen – auch Putze und Spachtelmassen können betroffen sein. Alter und Aussehen allein erlauben keine sichere Beurteilung; vor dem Bearbeiten unbekannter Schichten sollte eine fachkundige Erkundung erfolgen.
Worauf muss ich beim Abklopfen von Fliesenkleber achten?
Vor allem auf Staubschutz – Maske, Augenschutz und gute Belüftung reduzieren die Belastung durch den mineralischen Staub.
