Solange es um Zweige und Laub geht, ist Grünschnitt einfach. Doch sobald ein ganzer Baum fällt oder ein Wurzelstock ausgegraben werden muss, ändert sich alles: Das Material ist schwer, sperrig und hart. Dieser Ratgeber zeigt, warum Baumstämme und Wurzeln einen eigenen Weg brauchen und wie Sie sie am besten loswerden.
Warum ein eigener Weg nötig ist
Baumstämme und Wurzeln unterscheiden sich in zwei entscheidenden Punkten vom übrigen Grünschnitt: Sie sind deutlich schwerer und sie verrotten sehr langsam. Für die Biotonne sind sie ohnehin zu groß, und in der Grünschnitt-Kompostierung stören dicke, harte Stücke den Prozess. Hinzu kommt bei Wurzelstöcken oft anhaftende Erde, die als Fremdstoff gilt. Deshalb werden sie meist getrennt erfasst – als holziger Sonderposten oder über einen Container.
Baumstämme entsorgen
Für dicke Stämme und Astwerk (ab etwa 10 cm Durchmesser) gibt es mehrere Möglichkeiten:
- Zersägen und als Brennholz nutzen: Trockenes Hartholz ist begehrtes Kaminholz – oft findet sich sogar ein Abnehmer.
- Wertstoffhof: Viele Höfe nehmen Stammholz an, teils getrennt vom feinen Grünschnitt. Nach Menge kann eine Gebühr anfallen.
- Container: Bei größeren Mengen nach einer Fällung am praktischsten. Wichtig: Stämme sind schwer, hier zählt anders als bei Heckenschnitt das Gewicht.
- Häckseln lassen: Manche Betriebe oder Kommunen häckseln Stämme vor Ort zu Hackschnitzeln.
Wurzeln und Wurzelstöcke
Wurzeln sind der schwierigste Teil. Sie sind verzweigt, hart und bringen fast immer Erde mit. Kleine Wurzeln können mit dem übrigen holzigen Schnitt entsorgt werden. Große Wurzelstöcke dagegen gehören zum Stammholz oder in einen Container. Die anhaftende Erde sollte möglichst abgeklopft werden – zum einen wegen des Gewichts, zum anderen weil reine Erde einen eigenen Entsorgungsweg hat (Bodenaushub, ausführlicher Ratgeber: Erdaushub entsorgen).
Baumstumpf loswerden
Bleibt nach einer Fällung ein Baumstumpf (Stubben) im Boden, gibt es drei gängige Wege, ihn zu beseitigen:
- Ausgraben / Ausfräsen: Der schnellste Weg. Eine Stubbenfräse (leihbar oder per Dienstleister) zerkleinert den Stumpf bis unter die Erdoberfläche.
- Ausbaggern: Bei großen Stümpfen mit weitreichenden Wurzeln, meist mit Minibagger.
- Verrotten lassen: Die geduldige Variante – mit der Zeit zersetzt sich der Stumpf von selbst, was aber Jahre dauern kann.
Das ausgegrabene Material wird dann wie Stammholz bzw. Wurzelholz entsorgt.
Grünschnitt abholen oder im Container entsorgen lassen
Beschreiben Sie kurz Ihr Vorhaben. Ihre Anfrage wird an einen geeigneten regionalen Anbieter weitergeleitet.
Kostenlos & unverbindlich anfragenDie Entsorgungswege im Überblick
Anders als beim leichten Grünschnitt spielt hier das Gewicht die Hauptrolle. Für kleinere Mengen ist der Wertstoffhof meist die beste Wahl, oft mit gesonderter Annahme für Stammholz. Bei größeren Mengen nach einer Fällung oder Rodung führt kaum ein Weg am Container vorbei – dann sollten Sie aber die zulässige Tonnage im Blick behalten, denn nasses Stammholz und erdbehaftete Wurzeln sind schwer. Wie Sie die richtige Größe wählen und Überladung vermeiden, steht im Ratgeber Die häufigsten Fehler beim Containerbefüllen.
Was kostet das?
Wie bei allen Grünabfällen hängen die Kosten stark von Region und Menge ab. Auf dem Wertstoffhof wird Stammholz oft nach Volumen oder Gewicht berechnet, teils gibt es eine Freimenge. Für einen Container gelten regionale Preise, wobei das Gewicht bei Stammholz und Wurzeln stärker ins Gewicht fällt als beim leichten Grünschnitt. Ein konkretes Angebot bekommen Sie am schnellsten über eine kurze, unverbindliche Anfrage.
Selbst machen oder Profi beauftragen?
Bei Baumstämmen und Wurzeln stellt sich schnell die Frage, wie viel man selbst erledigen kann. Kleinere Stämme zersägen und wegräumen ist mit der richtigen Ausrüstung gut machbar. Bei größeren Fällungen, dicken Wurzelstöcken oder Bäumen nahe an Gebäuden und Leitungen sollten Sie aber einen Fachbetrieb hinzuziehen – aus Sicherheitsgründen und weil oft Spezialgerät nötig ist. Auch die rechtliche Seite spielt mit: Für das Fällen bestimmter Bäume ist je nach Kommune eine Fällgenehmigung erforderlich (Baumschutzsatzung). Erkundigen Sie sich vor der Fällung bei Ihrer Gemeinde, sonst drohen Bußgelder. Viele Baumfäll-Betriebe übernehmen die Entsorgung des Holzes gleich mit – das kann günstiger sein, als beides getrennt zu organisieren.
Häufige Fragen
Dürfen Baumstämme in den Grünschnitt?
Dünnes Astwerk ja, dicke Stämme (ab etwa 10 cm) meist nicht – die gehören zum Stammholz und werden oft getrennt erfasst oder über einen Container entsorgt.
Wie werde ich einen Baumstumpf los?
Am schnellsten durch Ausfräsen mit einer Stubbenfräse oder Ausbaggern. Alternativ von selbst verrotten lassen – das dauert aber Jahre.
Muss ich die Erde von den Wurzeln entfernen?
Möglichst ja. Erde erhöht das Gewicht und gilt als eigener Abfall (Bodenaushub), der die Grünschnitt-Verwertung stört.
Kann ich Stammholz als Brennholz behalten?
Ja, trockenes Hartholz eignet sich gut als Kaminholz. Zersägen, trocknen lagern – oft findet sich sogar ein Abnehmer.
