Altholz A1 bis A4 erklärt: Klassen, Beispiele und Verwertung

A1, A2, A3, A4 – wer Holz entsorgen will, stößt schnell auf diese Kürzel. Sie stammen aus der Altholzverordnung und entscheiden darüber, wie das Holz verwertet werden darf und was die Entsorgung kostet. Wir erklären die vier Klassen mit konkreten Beispielen, damit Sie jedes Holzstück richtig einordnen.

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Redaktion jetztentsorgen.de
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Die Altholzverordnung teilt gebrauchtes Holz nach seinem Schadstoffgehalt in vier Kategorien ein. Je „höher" die Klasse, desto stärker ist das Holz behandelt oder belastet – und desto aufwendiger die Entsorgung. Hier sind alle vier mit konkreten Beispielen aus dem Alltag.

Die vier Altholzklassen A1 bis A4 mit Beispielen und Verwertungsweg: A1 naturbelassen zum Recycling, A2 und A3 behandelt zur energetischen Verwertung, A4 mit Holzschutzmitteln als Sondermüll
Die vier Altholzklassen mit Beispielen und Verwertungsweg – A4 niemals mit A1–A3 mischen.

Die vier Klassen im Überblick

Grob gilt: A1 bis A3 sind nicht gefährlicher Abfall und dürfen gemeinsam in den Altholzcontainer. A4 ist gefährlicher Abfall und muss strikt getrennt entsorgt werden. Der Unterschied zwischen den Klassen liegt im Behandlungsgrad und in den enthaltenen Schadstoffen.

A1 – naturbelassenes Holz

Naturbelassen oder nur mechanisch bearbeitet – ohne Lack, Beschichtung, Kleber oder Holzschutzmittel. A1 ist das „sauberste" Altholz und lässt sich stofflich recyceln, etwa zu neuen Spanplatten.

  • Beispiele: Paletten (naturbelassen), Obststeigen, Kisten, unbehandelte Bretter
  • Verwertung: Recycling zu Holzwerkstoffen
  • AVV: 17 02 01 (Holz)

A2 – verleimt/lackiert

Verleimtes, gestrichenes, lackiertes oder beschichtetes Holz – aber ohne halogenorganische Verbindungen und ohne Holzschutzmittel. Das ist die häufigste Klasse im Haushalt.

  • Beispiele: Möbel, Innentüren, Dielen, Spanplatten aus dem Innenbereich
  • Verwertung: überwiegend energetisch (Kraftwerk)

A3 – halogenbeschichtet

Holz mit Beschichtungen, die halogenorganische Verbindungen enthalten (etwa Chlor oder Brom, z. B. PVC-Beschichtungen), aber ohne Holzschutzmittel. Im privaten Bereich eher selten, kommt aber bei manchen Altmöbeln vor.

  • Beispiele: PVC-beschichtete Platten, Laminatböden, Möbel mit Kunststoffoberfläche
  • Verwertung: energetisch (Kraftwerk)

A4 – mit Holzschutzmitteln

Mit Holzschutzmitteln imprägniertes oder stark schadstoffbelastetes Holz. Diese Klasse zählt zum gefährlichen Abfall und muss gesondert entsorgt werden. Als Faustregel gilt: Fast alles Holz aus dem Außenbereich ist A4, weil dort Holzschutzmittel eingesetzt werden.

Altholz entsorgen lassen

Beschreiben Sie kurz, worum es geht. Anhand Ihrer Angaben wird der passende Entsorgungsweg geklärt.

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Sonderfall Spanplatten

Spanplatten sind einer der häufigsten Holzabfälle – und ein typischer Zweifelsfall. Handelsübliche Spanplatten aus dem Innenbereich gelten meist als A2 und können nach Aufbereitung sogar wieder zu neuen Spanplatten recycelt werden. Sind sie allerdings PVC-beschichtet, rutschen sie in Richtung A3. Entscheidend ist also die Oberfläche: reine Melaminbeschichtung eher A2, Kunststoff-/PVC-Beschichtung eher A3.

Sonderfall OSB-Platten

OSB-Platten (Grobspanplatten) bestehen aus verleimten Holzspänen. Durch die Verleimung sind sie kein naturbelassenes Holz mehr und zählen in der Regel zu A2. Sie gehören damit nicht auf den Kompost und dürfen nicht verbrannt werden, sondern kommen über Wertstoffhof oder Altholzcontainer (A1–A3) in die Verwertung. Nur wenn sie zusätzlich mit Holzschutzmitteln behandelt wurden – etwa für den Außeneinsatz – wären sie A4.

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Profi-Wissen: Bei A2- und A3-Holz muss für eine stoffliche Verwertung die Beschichtung oft weitgehend entfernt werden. Deshalb landet ein Großteil dieser Klassen in der energetischen Verwertung (Verbrennung im Kraftwerk), während A1 direkt zu neuem Holzwerkstoff recycelt werden kann. Je sauberer getrennt wird, desto höher der Recyclinganteil.

Die wichtigste Regel: nicht mischen

Der teuerste Fehler beim Altholz: Klassen mischen. Liegt ein Gemisch vor, richtet sich die Einstufung immer nach der höchsten (schlechtesten) enthaltenen Klasse. Ein einziger imprägnierter Zaunpfahl (A4) in einem Container voller Paletten (A1) macht die gesamte Ladung zum gefährlichen Abfall – und die Kosten vervielfachen sich. Deshalb: A4-Holz immer strikt getrennt sammeln. Wie die Trennung im Container praktisch aussieht, steht im Ratgeber Altholzcontainer.

Häufige Fragen

Welche Altholzklasse haben Spanplatten?

Handelsübliche Innen-Spanplatten sind meist A2. PVC-beschichtete Varianten können A3 sein. Recycling zu neuen Spanplatten ist bei A1/A2 möglich.

Sind OSB-Platten A1 oder A2?

In der Regel A2, weil sie verleimt sind. Nur mit zusätzlicher Holzschutzbehandlung wären sie A4.

Was passiert, wenn ich A4 mit A1 mische?

Dann gilt die gesamte Ladung als gefährlicher Abfall (A4) und wird entsprechend teuer entsorgt. A4 deshalb immer getrennt sammeln.

Woran erkenne ich A4-Holz?

Faustregel: Außenholz wie Zaun, Pfähle, Bahnschwellen oder Dachbalken ist meist mit Holzschutzmittel behandelt und damit A4.

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